Schon lang bevor es soweit war, habe ich es in der Ferne kommen sehen und dennoch bin ich überrascht worden, dass das Semester und mein Aufenthalt in Otaru plötzlich sehr schnell zu Ende sein würde. Der Temperatursturz nach meiner Rückkehr aus Okinawa hätte kaum größer sein können. Den einen Morgen lief ich noch mit einem Tee in der Hand zum Meer und 24 Stunden später bahnte ich mir schon wieder den Weg entlang am eisigen Hang vom Campus herunter. Von da an blieb mir noch genau eine Woche bis ich meine in Japanische Heimat gegen ein Leben „on tour“ eintauschte. Es gab noch so einiges zu tun wie beispielsweise das Abmelden im Bürgeramt. Zu Beginn meines Aufenthalts hatte ich die Hilfe von Nao, nun hingegen wollte ich sehen ob ich es auf eigene Faust schaffen würde und siehe da innerhalb einer guten Stunde ließ sich alles (auf Japanisch) klären. Nun hoffe ich mal, dass ich in Zukunft nicht noch Post vom Japanischen Ministerium für Altersvorsorge bekomme, dann wäre ich vermutlich doch nicht richtig verstanden worden…aber ich will den Teufel nicht an die Wand malen.

Fish market Otaru 
just another day in Japan 
Nach einer nicht allzu leichten finalen Japanisch-Prüfung begannen die Semesterferien und im Wohnheim machte sich Aufbruchsstimmung breit. Teilweise mussten einige schnellstmöglich nach Hause, da das kommende Semester sich bereits mit unserem Wintersemester überlappte und wieder andere packten ihre Koffer um auf Reisen zu gehen. Bis zu meiner großen Reise war noch ein wenig Zeit und so verbrachte ich den ein oder anderen Abend in winzigen Karaokebars und fuhr für ein Wochenende kurzerhand nach Niseko, wo ich Mark und dessen Familie aus Hongkong traf, die ich vor fast drei Jahren in Hongkong kennengelernt hatte.
Zurück in Otaru verbrachte ich den Abend bei der Familie, die ich bereits Ende des vergangenen Jahres im Einkaufszentrum kennengelernt hatte. Das bringt es eben mit sich, wenn man offensichtlich nicht Japanisch aussieht – dann kommt man schnell ins Gespräch und jeder erkundigt sich neugierig, was einen denn in Japan umtreibt. Zu dem Wochenende traf es sich, dass in Otaru das alljährliche Lichterfest am Kanal und auch an einigen Schreinen stattfand. Das mit eisigen Kerzenschalen dekorierte Ufer erzeugte eine wunderschöne Stimmung. Trotz der Kälte ließ ich in aller Ruhe noch ein letztes Mal meinen Blick schweifen, denn mir war klar, dass ich so schnell erst einmal nicht wieder herkommen würde. Zurück in der Wärme gab es ein sehr leckeres Pakistanisches Abendessen und ich bekam von Shiree noch eine kleine Hausführung bevor es für mich wieder den Hügel oberhalb von Otaru hinaufging.
Um das Semester ganz offiziell zu beenden versammelten wir uns ein letztes Mal mit unseren Lehrern, jeder kam noch einmal zu Wort und plötzlich war es an der Zeit, sich von den ersten Austauschstudenten endgültig zu verabschieden. Spätestens ab da konnte auch ich es nicht mehr vor mir herschieben, denn der Gedanke an die Abreise rückte immer näher.
Nichtsdestotrotz war die Stimmung locker, entspannt und am Abend trafen sich nochmals alle auf ein paar Drinks in der kleinen Pension unterhalb des Campus. Tatsächlich traf ich später auf Anne, die mit ein paar Freunden aus dem Süden nach Hokkaidō zu Besuch gekommen war. Witzigerweise ist sie eine der Ersten, die ich in Verbindung mit meinem Japan-Abenteuer beim Sprachkurs in Berlin im vergangenen Februar kennengelernt hatte. Damals wusste ich, dass wir zwar zur selben Zeit im Ausland sein würden, sie in Kobe und ich in Otaru mit Paul aus ihrem Studiengang. Und jetzt, ein ganzes Jahr später, waren wir nun endlich alle zusammen an einem Fleck, für unsere letzten paar Tage in der Ferne.
Als wir am nächsten Tag alle gemeinsam einen Roadtrip um die Halbinsel Yoichi unternahmen, wurde mir einmal mehr klar, was für eine Schönheit Hokkaidōs Landschaften zu bieten haben und ich nahm mir vor, dass ich eines Tages zurückkommen werde, um alles in der Frühlings- und Sommerzeit bewundern zu können.

I knew it before. I have seen it coming. In the end I was surprised regardless. After returning back from Okinawa, the temperature differences couldn’t have been greater. One day I was walking along the coastline with nothing more than a strapless top and the next day, I found myself walking in deep snow and my winter coat. From this day on I had roughly one week left before I was leaving my Japanese home behind me, swapping it for a life literally on tour… Until then I still had a lot of stuff to organize such as deregister from the city hall and other things. Unlike my first week I managed to do it on my own, which made me proud, because no one in their bureau was talking English.

Hokkaido Shrine 
Sapporo’s underground pedestrian area 
Finally…a vegan Japanese lunch set! 
The next day was followed by our final Japanese exam, which was tough, but (I can add at this point) I passed. From now on, no matter students were staying for the whole year or leaving shortly, winter holidays have started. After spending the evening in some karaoke bar, we headed to Niseko the next day where I met Mark and his family from Hongkong. It was so nice to meet up again after nearly three years. Even though it only was early February his son Derek was getting online classes, because due to all the protests and the upcoming COVID-19 the schools were already closed since end of January.

Not gonna miss over-prized fruits… 
Mount Yotei was a bit shy
After hitchhiking back to Otaru I met the family who I accidentally got to know when I was shopping in a mall at the end of last year. Before dinner we visited the light festival along the Otaru canal, which I’d rather show you by impressions than trying to describe the beautiful interplay of fire and ice. We ate a delicious Pakistani meal, Shiree showed me around in the house and later I lost against her youngest brother, because I have hardly practiced my PlayStation skills at all. I know – shame on me, but to be honest I was more into GameBoy games and other stuff when I was younger anyways.

Light festival in Otaru 

Fire and Ice… 
Our last day of the winter semester ended with a small gathering with our teachers and professors. Finally it was time to say goodbye to the first couple of people, where the process slowly started inside of me as well. I noticed that I tried to push the thought of leaving away as long as I could, but it dawned on me, that it actually became reality. Nevertheless, the mood was light and in the evening all the students met again at the hostel to have hot pot and drinks. Later we were joined by more German friends, who either came to Japan for a visit or in case of Anne also were here to study. Funnily enough did I meet her as one of the first persons, who was linked to my Japanese adventure. We met during my first Japanese course one year ago in Berlin, where she already told me about her friend, Paul, who is going to study in Otaru as well. And now there we were. All together for our final days in Japan (at least for us girls).



Yoichi peninsula
Once again I realized how beautiful Hokkaidō is and promised myself, that I will come back one day to see everything in spring and summer time!










