Okinawa – Sakura in January

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English version is below

Um dem anhaltenden Winter zu entkommen, buchte ich mir eines Abends relativ spontan Flugtickets nach Okinawa. Nach dem Jahreswechsel zeichnete es sich schnell ab, dass die Kurse bereits Mitte Januar zu Ende gehen würden und somit nur noch meine Japanischprüfung Anfang Februar auf dem Plan stünde.

Gesagt getan und gut zwei Wochen später saß ich im Flieger gen Süden. Nach ein paar Stunden Umsteigezeit in Tokyo Narita kam ich gegen elf Uhr abends in Naha an und traf wenig später im Hostel für die erste Nacht ein. Selbst mitten in der Nacht empfingen mich die milden Temperaturen wohlwollend, sodass in mir sofort Urlaubsgefühle aufkamen. Das Hostel selbst war winzig und außerdem auch meine erste Nacht, die ich in einem kleinen „Kapselraum“ verbracht habe. Eigentlich war ich schon so gut wie auf dem Weg ins Bett, als ich im Gemeinschaftsraum noch mit einem Deutschen ins Gespräch kam. Er hatte sich nach dem Abi auf dem Weg gemacht, bereist nun für ein Jahr lang Japan und arbeitet nebenbei in kleineren Nebenjobs.

Während ich mich in Hokkaido teilweise kaum motivieren kann vor Kälte aus meinem warmen Bett aufzustehen, hielt ich es am nächsten Morgen kaum länger in der Wärme des Kapselraums aus. Außerdem wartete eine Insel darauf, von mir erkundigt zu werden. Als ich also gegen halb neun auf den Straßen der Inselhauptstadt unterwegs war, erschien mir alles noch sehr verschlafen und die Markthändler fingen auch erst nach und nach träge an, ihre Stände aufzubauen und zu befüllen. Nach ein paar Stunden zog es mich dann weiter raus aus der Stadt in Richtung meiner eigentlichen Unterkunft. Dort traf ich direkt vor der Haustür auf Sascha, die ebenfalls als Couchsurferin unterwegs ist und wir somit die kommenden Tage gemeinsam verbringen konnten.

Der nächste Tag ging schon gut los mit einer leckeren lila Okinawa-Süßkartoffel in einem süßen Café direkt an der Promenade von Chatan. Generell macht es sich auf Okinawa und insbesondere in Chatan und der American Village bemerkbar wie groß der Einfluss des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes auf die Insel ist. An so gut wie jeder Ecke hört man Amerikaner, die sich unterhalten, in den Cafés und Restaurants sitzen, an der Promenade entlang spazieren oder in der Kaufhalle einkaufen. An und für sich alles nichts besonders großartiges, aber nach vier Monaten auf Hokkaido stach es für mich schon sehr heraus, plötzlich so viel Englisch um mich herum zu hören und tatsächlich auch wieder so viel zu verstehen von dem, was gesagt wird!

Dennoch tun sich die Einheimischen, die auf der Insel leben, wie auch überall anders im Land, eher schwer mit der englischen Sprache. Wo auch immer es einen hin verschlägt, ist der besondere Inselspirit spürbar, den die Menschen mit sich herum zutragen scheinen. Die Menschen sind mir fröhlich, viel offener und gelassener begegnet als anderswo. Wer mag es ihnen auch verkennen, bei all den Sonnenstunden, tropischen Temperaturen (fast das gesamte Jahr lang) und Stränden vor der Haustür.

So ergab es sich dann auch, dass Sascha und ich uns kurzerhand am Konbini zum Trampen positionierten und wenig später Joseph kennengelernt haben, der für die nächsten beiden Tage noch keine Pläne gemacht hatte und uns mit seinem Wagen die Insel zeigen konnte. Für die Kirschblüte waren wir schon beinahe zu spät, aber in Nago an der Westküste fanden wir sie zum Glück dann doch noch. Am nächsten Tag fuhren wir auf Miyagi Island und bestaunten ein paar kleinere Korallenriffe. Dank der Schnorchel- und Tauchausrüstung von André wurde es auch nicht kalt im Wasser. In der Regel meinten alle Japaner, denen wir begegneten, es sei zu kalt um Anfang Februar ins Meer zu gehen, aber ehrlicherweise bin ich auch schon bei kälteren Temperaturen im Sommer in der Ostsee baden gegangen! Also wie so oft: alles eine Frage der Perspektive

Bevor meine Zeit leider schon wieder viel zu schnell vorüber war, hatten wir noch einen wunderbaren Mädelsabend mit Blick auf das Meer während die Sonne unterging, leckerem Essen und viel Spaß in der Karaokebar.

Nach nur vier Tagen auf Okinawa hatte ich schon das Gefühl, ein Zuhause fernab von allem anderen gefunden zu haben. Jeder dem ich begegnet bin, war so warmherzig und hilfsbereit und strahlte eine tiefe Ausgeglichenheit aus. In meinen Augen ist es absolut keine Überraschung, dass die Menschen hier weltweit zu denen gehören, die am längsten leben, wenn man sieht wie sie ihr Leben führen. Da sieht man hier mal eben einen älteren Mann mit Surfbrett aufs Rad geschnallt zum Strand fahren oder eine Frau, ebenfalls wahrscheinlich in ihren 80ern mit Fahrrad vom Einkaufen zurückkehren.

Okinawa, es war mir ein Fest. Es werden wohl noch Jahre vergehen, aber ich freue mich schon heute sehr darauf, wieder einen Fuß auf deinen Boden zu setzen! – Mata ne!

PS.: Während ich diesen Artikel verfasst habe, saß ich gerade im Flieger nach Singapur mit Blick auf Okinawa unter mir, Bevor es zurück nach Deutschland geht!

After months of snow and cold weather it was time for me. Although I enjoyed skiing during our winter break, I was keen to escape to a warmer place, which is why one day I sat in my room and booked flights to Japans southern tropical island: Okinawa! Classes finished surprisingly early, so I had plenty of time until our final exam in Japanese. Roughly two weeks later, I found myself sitting in an airplane southbound and some hours later I arrived at Naha Airport. Would you have guessed that it actually takes five hours from Sapporo to Okinawa on a direct flight?!

Getting off the airport already put me in a good mood, because the temperatures were still mild even though it was close to midnight. For this night I booked myself into a capsule hostel for the very first time and the first person I ran into in the common area was… a German guy. After high school he left for Japan and is now working and traveling in different areas of the country.

If you’ve read earlier blog posts you might know that my room in Hokkaido is not particularly…warm, which is way I often have a hard time getting up from my warm bed. Here in Okinawa it was the opposite. Around half past eight I was fully ready to explore the island and made my way to the markets in Nara. Some old ladies started to lay out their goods and prepared foods for the market stands, but in general the city was still very sleepy. I spent a few hours wondering around Nara and grabbing some mochis in banana leave for breakfast. Later I hitchhiked to American village, which is close to where I stayed. Right in front of my accommodation I met Sascha, who was as well couchsurfing and who would be my fellow traveller for the next days.

Chatan offered many options for breakfast, we ended up choosing a recommendation from André who was so kind to host us in his room, even though he wasn’t in Okinawa. I absolutely love the purple sweet potato, which is available only on Okinawa. Added with a hint of salt and butter made it a perfect breakfast for me. After that we walked to the next konbini and met Joseph with his mum and brother. It turned out, that he was free for the next upcoming days, so he showed us around the island for the next two days! First stop was Nago along the west coast, where we were lucky to get an already last glimpse of the cherry blossom. Our next stop the other day was Miyagi island. Thanks to André again, because of his snorkelling equipment we could watch some of the coral riffs and I got a bit excited about all the different kind of colourful fishes down there!

My time on Okinawa passed so quickly, but I think I made the best out of it, for example having a girls night out starting along the beach by watching the sun go down into the ocean, with pizza and karaoke together with Sascha and Eri(our roommate).

To describe Okinawa it takes either ages or only a few words at all, because said in two words, it is already the closest you can get: “island vibes”. That is literally the feeling I have had while enjoying myself on this island in the “blue zone”, where people get the oldest in the world. To me it feels natural, seeing how happy, open-minded and open-hearted and relaxed everyone seemed to be. Even though you can find the world’s largest American airbase here and especially around the main base I heard so many English speakers(which I actually wasn’t used to anymore), Okinawa locals were so friendly and helpful, what made it extremely easy for us to hitchhike to all our spots and getting to know the island from another perspective.

My dear Okinawa and everyone who made this journey so wonderful, I’d like to thank you. It might take some years, but I am certain that I will be back in the future! – Mata ne!

PS.: While I was writing these lines, I actually flew over Okinawa again, on my way back to Germany.

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