Golden October

Hallo da draußen. Ja, es gibt mich noch. Und gleich vorweg, es geht mir gut. Um genau zu sein genieße ich mein Leben hier in Japan in vollen Zügen. Ich würde ja gerne schreiben, dass es mir auch ein bisschen Leid tut, solange für meine Berichte zu brauchen(ein klein wenig tut es das auch), aber ehrlich gesagt, gibt es einfach so viele andere Dinge hier zu tun. Vor allem jetzt, solange die Tage noch sonnig und halbwegs angenehm von Temperaturen her waren.

Anfang Oktober war ich mit einem Kurs zusammen nach der Uni in einem traditionellen Soba-Restaurant. Soba nennt man die Nudeln, die meistens als Suppe serviert werden. Mir schmecken sie vor allem deshalb so gut, weil sie einen Anteil an Buchweizen enthalten, was den Geschmack intensiviert. Man kann sagen, je besser die Qualität ist, desto mehr ist auch der Buchweizenanteil in den Nudeln. Der Abend war sehr entspannt und auch genau das richtige, was man zu einem noch relativ frühen Zeitpunkt  machen konnte, damit wir alle ein bisschen miteinander ins Erzählen kommen und uns besser kennenlernen.

Sowie der Monat in die Gänge kam, stellte sich sehr bald heraus, dass gefühlt die Hälfte unserer Gruppe von Austauschstudenten Geburtstag hatten. Naja, wie sagt mein Papa immer so schön: man muss die Feste eben feiern wie sie fallen 😊 Mal sind wir nach der Uni noch runter nach Otaru in eine Bar oder in ein Izakaya (jap. Gaststätte) gegangen und danach saßen meistens auch noch den Rest des Abends im Gemeinschaftsraum. Ein anderes Mal bin ich nach Sapporo gefahren um Kseniyas Geburtstag in einer weiteren Karaokebar zu feiern. Ich finde es echt schade, dass die Karaokekultur so in der Form leider nicht in Deutschland existiert. Das ist genau meine Art zu feiern:D

Sowohl unter der Woche als auch am darauffolgenden Wochenende wurden an der Uni und im Wohnheim Katastrophen/Erdbeben/Feuerübungen durchgeführt, inkl. Mini- Erste-Hilfe-Kurs. Einerseits war es vielleicht nicht das, was man sich für seinen Samstagmorgen so wünschen würde, aber andererseits fand ich es auch irgendwie ganz witzig und am Ende ist damit ja auch jedem geholfen, wenn man es dann wirklich mal braucht.

Danach hab ich mich gleich auf den Weg gemacht und bin meine erste Strecke alleine getrampt und zwar von Otaru nach Sapporo, was ungefähr eine gute Stunde dauert. Mitgenommen hat mich ein Rentnerpaar, die gerade in Otaru mit der Fähre aus Niigata angekommen waren. Für die ersten paar Minuten habe ich mich noch mit meinen ersten paar Brocken Japanisch über Wasser halten können, aber später war es dann doch Gold wert, dass man sich mit Hilfe von Übersetzungsapps verständigen kann. Natürlich ist man ohne noch mehr gezwungen sich irgendwie zu verständigen, aber am Ende des Tages sehe ich es als kleine Japanischstunde während der Fahrzeit, besser geht’s doch gar nicht.

Im Anschluss daran, war es zwar schon später Nachmittag, aber der Tag bzw. die Nacht sollte noch um einiges länger dauern. Zunächst waren wir im Izakaya Abendessen, danach war die Stimmung schon ordentlich angeheitert, „nomihoudai“ sei Dank was so viel wie all-you-can-drink heißt und die Japaner anscheinend wirklich lieben. Naja, am Ende haben wir die letzten drei Stunden wiedermal Karaoke gesungen, bevor es dann im ersten Zug am Morgen zurück nach Otaru ging. Pünktlich um 8 habe ich mich dann auch mal schlafen gelegt. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, war danach nicht mehr so viel von meinem Sonntag übrig, als ich dann gegen um vier (perfekte Aufstehzeit in der deutschen Zeitzone) wieder aufgestanden bin. Was ich hier auf dem Campus jedoch sehr genieße ist, dass ich plötzlich nach all den Jahren endlich mal wieder ein Klavier in Reichweite habe, was quasi zu jeder Tageszeit frei zugänglich gleich im Haus nebenan steht. Die Probenräume sind für die Studenten, die mit ihren Bands üben. Abends sind die Räume jedoch meistens leer.

Im Laufe der nächsten Tage und Wochen erhielt dann immer mehr der Herbst Einzug und zeigte sich von seiner schönsten, bunten Seite. Ich habe zwar keinen Vergleich mit dem so hoch gelobten Indian Summer in Vermont U.S., aber ich wage mich mal aus dem Fenster zu lehnen um zu sagen, dass sich Hokkaido definitiv mit seiner goldenen Blätterpracht nicht um einen Vergleich scheuen braucht! Allmählich breitet sich auch eine gewisse Routine in der Uni aus und der Alltag kehrt ein. Im Gepäck: Hausaufgaben, Gruppenarbeiten, Präsentationen und nicht zu vergessen sehr viele Japanischvokabeln, die mir wirklich nur sehr schwer im Gedächtnis bleiben wollen. Ich habe allerdings eine sehr gute Motivation, denn immerhin möchte ich in ein paar Monaten gerne meinem Bruder die schönsten Seiten von Japan zeigen können, wenn er mich besuchen kommt 😊

Was den Sport angeht, bin ich auch ganz gut versorgt. Zum einen kommen an den meisten Tagen viele Schritte auf meinem Schrittzähler zusammen, zum anderen habe ich es bisher auch schon ein paar Male geschafft laufen zu gehen… und da kann ich wirklich sagen, dass es ein ziemlich krasses Training für mich ist, denn da der Uni-Campus auf einem Hügel oberhalb von Otaru liegt, gibt es quasi kaum eine Möglichkeit auf flachen Strecken zu laufen, was zur Folge hat, dass ich noch schneller als sonst als rote Tomate die Berge rauf, runter, rauf usw…laufe. Jeden Mittwoch wird auch ein Yogakurs angeboten, was in einer Gruppe echt auch mal guttut, so sehr ich es auch mag, wenn ich so gut wie täglich meinen eigenen kleinen Flow starte.

Am Ende der Woche haben sich alle in Schale geschmissen, bzw. wohl eher ihre Kostüme übergeworfen, denn es war an der Zeit für Halloween, was wir einerseits an der Uni und auch danach noch bis in die Nacht hinein gefeiert haben. Außerdem war es an den Austauschstudenten im Rahmen der Internationalen Woche ihr Heimatland vorzustellen.

Birthday parties, izakaya, autumn and more…

Hello again. I’m still here. Feeling good. Enjoying my Japanese life at its fullest. Let me take you through the last weeks. It always takes me so long to finish another chapter of this blog, simply because real life is happening. Well…sorry for not being sorry hehe. Anyway, once I’ve sat down and start to write down my experiences I realize how much I actually like it to relive the latest happenings by writing them down. Early in October we have had a really nice evening, because the students from one of my classes went to a traditional soba restaurant near the Otaru station. Once again it was a good occasion to get into conversations. The food was really good and we also shared some bites and pieces, which I always enjoy because I love to taste as many different flavours as possible.

Among our group of students it turned out, that October is a month with an extremely high density of birthdays, which led to several party opportunities both, on weekends but also during weekdays. That’s probably one of the reasons, why it never gets boring. One time we went to a bar, or spending time in our lounge of the international house, other evenings I went to Sapporo to celebrate Kseniya’s birthday at a karaoke bar. This is definitely one of the best things Japan can offer in terms of going out, because it’s just always so much fun and you can dance, laugh and interact at basically the same time.

During the week we had to attend fire drills at first on campus and later on Saturday morning at the dormitory too. It wasn’t to pleasant for everyone to wake up for something like this on weekends ;D After it was finished I got ready and made my way to Sapporo, which means the first time of solo hitchhiking for me. I met a very friendly couple who were just coming back by ferry from Niigata to Otaru on their way to Sapporo. They were already retired and very interested in my stories and what brought me to Hokkaido. The ride to Sapporo takes about an hour and after I ran out of words like introducing myself etc. in Japanese we went on with translator apps. I can’t help but thanking modern technology because it is a very easy way of getting some extra Japanese lesson along the way. Following this first half of the day it continued to be a very funny and lively and cheerful night which started at a typical Japanese restaurant which is called Izakaya including „nomihoudai“/All-you-can-drink. Most of the bars offer this and definitely set us in a good mood for a saturday night, which ended again in a karaoke bar to bridge the last couple of hours until the first train of the morning was departing. Arriving back in Otaru at 8am, Sunday was super lazy and really short as you might imagine. In the end I was exploring my neighbourhood, because right next to our dorm there is actually the Creative centre of the campus. It is super nice to have a piano there, because after years of not practising it feels good to strum a little on the piano anytime I want.

During the next week leaves were turning more and more colourful and the daily student life was passing by with homework, group works and presentations to prepare…and not to forget learning Japanese, which is difficult because learning the vocabulary doesn’t come very easily to me.. anyway, I’ll give my best because in the end I want to be a good tourist guide for my brother when he is coming to visit me next year 😉

I also started attending the university’s yoga class on Wednesday mornings. Even though I do my own practise nearly every day, but I really enjoy going to classes as well and practising in a group every once in a while. As long as it didn’t get too cold and icy I also went running a couple of times which is a hell of a workout because basically I have to run up and down the hill the whole time without any flat distances in between…

When Friday was around the corner everyone dressed up and we’ve had a little Halloween party at the Uni including food, drinks and some presentations of all international students about their home countries. Afterwards we changed places and had an afterparty which may have been actually the real party! 😀

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